Startseite
    Rap
  Über...
  Archiv
  Gästebuch
  Kontakt
 

  Abonnieren
 



  Letztes Feedback
   24.07.14 03:16
    Wasn nu mit dem Album?
   24.07.14 03:16
    Wasn nu mit dem Album?
   24.07.14 03:16
    Wasn nu mit dem Album?
   24.07.14 03:16
    Wasn nu mit dem Album?
   24.07.14 03:16
    Wasn nu mit dem Album?
   11.11.16 07:47
    autobinarysig101@gmx.com



http://myblog.de/broomexotone

Gratis bloggen bei
myblog.de





4. Stress ohne Namen

Die Aufnahmen zu "das Leben"verliefen weitestgehend unspektakulär. Jeder nahm seine Strophe auf und die Hook übernahmen wir zusammen. Dabei nutzten wir den Stadioneffekt. Da wir wussten, dass wir nicht die besten Sänger dieser Erde sind, fummelten wir ein wenig an den Spuren herum, bis es sich anhörte, als würde ein kleiner Chor singen. War auch im Endeffekt schlauer, als sich wirklich 20 Leute ins Studio zu holen. Um das Lied zum Ende hin ausklingen zu lassen, wagten wir jedoch ein Experiment. Ich stellte mich einfach mal in die Kabine und sang die Hook nochmal mit ein wenig Schmalz in der Stimme. Damit ging ich natürlich das große Risiko ein, mich völlig zum Fallobst zu machen, aber komischerweise klang das völlig in Ordnung. Und auch live sollte das später ganz gut funktionieren. Natürlich probierten wir sowas noch öfter, aber so richtig hat es irgendwie nicht mehr geklappt. Aster summte dann noch etwas herum und voila, fertig war der 2. Track des Albums.
Als nächstes kam ein Lied, welches, wie ich oft zu sagen pflege, ordentlich Bums hat. Wir wählten diesmal einen Beat mit E-Gitarren und Geigen, das nicht so in diese nachdenkliche Richtung ging. Bei der Themenwahl kamen wir relativ schnell auf einen Nenner. Wir hatten nämlich alle 3 das gleiche Problem. Stress bis zum Herzinfarkt. Denn Aster holte sein Abi nach und ackerte nahezu jeden Tag, um sich Geld dazu zu verdienen. Tame war angekommen im Studienalltag und hockte bis spät Abends in der Uni. Und ich war gerade im Begriff ein Eventmanager zu werden und plante verbissen eine Veranstaltung, in der ich meine Vision von Hip Hop umsetzte. Dieses Album bot für uns also eine Art Gegengewicht und so taten wir einfach, was wir als Musiker am Besten konnten. Wir texteten uns den Frust von der Seele. Ironischerweise hatte ein bekannter und von mir gern gehörter Rapper gerade einen Track mit dem selben Titel, inklusive Video veröffentlicht. So kam die Frage auf, ob das denn nicht Themenklau erster Güte wäre. Wir bemerkten jedoch schnell, dass unser Album noch sehr viel Zeit und Arbeit benötigen würde und bis dahin hätte sich dieses "Biterproblem" längst in Luft aufgelöst. Nachdem die 3 Strophen geschrieben waren, ging es auch schon an die Hook. In der Regel fängt derjenige an diese zu schreiben, der als erster mit seinem Part fertig ist. Diesmal saßen wir jedoch alle drei herum und zermaterten uns den Kopf, wie wir 3 Leute am Besten in eine Hook einbauen konnten, ohne wieder singen zu müssen. Dieses Problem sollten wir noch öfter bewältigen. Ich schrieb also eine Rohfassung und die Kollegen überarbeiteten das Ganze. Als ich den Track das erste mal in der fertigen Version hörte, viel mir sofort auf, dass in meinem Kopf Bilder entstanden. Ich sollte diesbezüglich die beiden noch öfter mit Ideen zu einem Video nerven, aber ich wurde das Gefühl nicht los, dass dieser Song perfekt für eine visuelle Umsetzung wäre. Für mich hat er irgendeinen filmischen Vibe. Als wäre er der Soundtrack zu einem Streifen, in dem sich der Protagonist gegen Ende des Films auf ein alles entscheidendes Finale vorbereitet. "Rocky" hat dieses Stilmittel Ende der 70er groß gemacht. Natürlich würde der Song nicht zu einem Hollywood Actionreisser passen, aber einen deutschen Billigstreifen würde er allemal aufwerten. Zu meiner Einschätzung deutscher Filmproduktionen komme ich aber vielleicht noch ein andermal zu sprechen. Nun hatten wir also 3 Lieder und langsam machte sich eine Richtung bemerkbar. Nichts mit Battletracks und Partyliedern. Es sollten Songs werden, mit denen sich alle identifizieren konnten und Themen von denen wir wussten, dass sie uns beschäftigen. Jedoch hatten wir immernoch ein Problem. Der Name.
Wir trafen uns also wieder bei mir und grübelten über einen Bandnamen. Wir zogen sogar ein Wörterbuch zu Rate. Irgendwie hatten wir uns auf etwas lateinisches eingeschossen und schon flog das Wort "Varis" durch den Raum. Dies bedeutet so viel wie kontrastierend. Wir hatten uns in den Kopf gesetzt gegen den Strom zu schwimmen und uns von der Masse abzuheben. Wir bildeten also den Kontrast zu dem ganzen Rap-Einheitsbrei. So weit so gut, aber Varis? Sollte das der Name sein, den wir fortan auf Flyern, Shirts und Stickern drucken würden? Wir waren uns mehr als unschlüssig und verabredeten einfach eine Woche lang mit dem Namen zu leben und zu gucken ob er uns irgendwie zum Hals raushängen würde. Ich fand den Namen gleich scheisse, aber da wir nunmal 3 Leute sind, gilt das Gesetz der Demokratie. Zum Glück kamen wir 3 auf den gleichen Nenner und so sollte uns das Namensthema noch weiter beschäftigen.
Ausserdem waren wir mittlerweile sehr gut miteinander befreundet und uns dreien war klar, dass das "Experiment" klappen würde. Wir trafen uns also nicht nur mehr zum Musik produzieren, sondern verbrachten auch unsere Freizeit zusammen. Somit brauchten wir auch einen Namen der am Besten für ewig funktionieren würde. Schliesslich wollten wir nicht noch ein Borderline, was nach einem Jahr schon um ein drittel der Besetzung gekürzt wurde.
Da wir nun schon zu dritt in geselliger Runde saßen, stellten wir einen groben Plan zusammen, wie das Album aussehen könnte. Nicht vom Inhalt her, sondern von der Konstellation der Rapper auf den einzelnen Songs. Wir bestimmten die etwaige Anzahl an Liedern, wieviele davon von uns dreien sein würden und wieviele nur von zweien. Jeder sollten einen Solotrack bekommen, bei denen wir auch ein Konzept erstellten. Zugegeben, ein sehr sinnfreies, aber wir mochten es anscheinend, allem eine Richtung zu geben. Wir waren drei Rapper, also bekam jeder von uns eine Zahl von 1-3, um die sich der jeweilige Solosong zu drehen hat. Ich wählte die 3, da ich schon einen Solotrack im Kopf hatte und da war die 3 mehr als leicht einzubauen. Dass wir das Ganze nicht bis zum Ende durchzogen, lag warscheinlich daran, dass wir es vergessen haben. Was den Schluss nahebringen könnte, dass es uns einfach nichtmehr interessierte. Die 3 sollte trotzdem in meinen Track einfliessen, wurde jedoch nie von einer 1 und 2 der anderen begleitet. Ich hoffe das kratzt nicht an ihrem Selbstwertgefühl. Ausserdem widmeten wir uns noch einem neuen Beat, welcher die Richtung von Stress noch einmal weitergehen sollte. Darüber aber nächstes mal mehr und auch auf die 3 werde ich näher eingehen.
21.3.14 08:39


Werbung


3. Jung und Alt - Das Leben

Also ging es das erste mal gemeinsam ins Studio. Da ich ja mit Aster schon einen Track hatte, wusste ich in etwa wie es war mit ihm zu arbeiten. Ich brauchte mich also auf keine großen Überraschungen gefasst machen. Es lief auch alles reibungslos und so entstand ziemlich schnell unser erster Song. Natürlich fanden wir "Unverwechselbar" zu dem Zeitpunkt super. Zum einen war es etwas völlig neues und es hatte auch bewiesen, dass wir es zusammen schaffen konnten. Dass der Track nicht 100%ig perfekt war, sollte sich ja noch rausstellen, aber das lag noch etwas vor uns.
Da wir relativ schnell fertig waren, hatten wir noch Zeit um uns einen neuen Beat zu picken und etwas zu schreiben. Wir erinnerten uns an die Hook von Aster und suchten den passenden Beat dafür raus. Das Thema war von der Sache her ja schon eingegrenzt durch Asters Vorarbeit, wobei eingrenzen nicht das richtige Wort ist. In Teil 2 hatte ich ja erwähnt dass es 2 Varianten von Themen gibt. Hier hatten wir eindeutig ein sehr allgemeines Thema vor uns. Das Leben. Ein sehr ausgelutschtes Thema... aber eigentlich auch wieder nicht. Denn was Rapper eigentlich machen, ist über ihr eigenes Leben zu Texten, wie schlecht oder gut es ihnen geht, nicht aber über das Leben im Allgemeinen. Wir fingen also an rumzuphilosphieren. Schliesslich wollten wir keinen platten Song mit irgendwelchen Phrasen. Irgendwann beschlossen wir einfach drauf loszuschreiben. Jeder sollte seine Sicht der Dinge aufs Papier bringen. Natürlich war das nicht einfach. Der Beat war sehr langsam, also hab ich probiert ein bisschen Melodie in meine Strophe zu bringen. Tame hat es textlich sowieso drauf, ausserdem sind diese tiefgründigen Sachen genau sein Ding. Aster bekam die dritte Strophe und somit das Finale des Tracks. Das hat er dann auch perfekt umgesetzt. Über die Doubletimepassage waren wir uns anfangs noch uneinig, jedoch muss ich sagen dass diese mittlerweile nicht wegzudenken ist. Wir rappten uns also unsere Zeilen vor und trällerten die Hook mit. Ab da war mir klar dass das ein Bombenlied werden würde. Ausserdem sollte dieses Lied auch das Fundament für das ganze Album bilden. Darauf kamen wir allerdings erst später. Für meinen Geschmack fing die Albumproduktion super an und auch die andern beiden waren sichtlich erleichtert über den reibungslosen Ablauf bisher. Wir nahmen den Track nicht gleich auf, da wir es zeitlich nicht mehr geschafft hätten und auch damit etablierten wir für uns eine Methode, die wir in der weiteren Albumproduktion noch öfter anwenden sollten. Einen Tag für das Schreiben eines Liedes und das nächste mal wird das Ganze aufgenomen. Ausserdem mussten wir noch einige Sachen bereden, denn unser erster gemeinsamer Auftritt stand kurz bevor.
Über meine Schwiegermutter hatten Tame und ich einen Kontakt hergestellt, der viele Feste und Konzerte organisierte. Mit ihm hatten wir auch schon für unser Borderlinekonzert zusammen gearbeitet. Der gute Mann wusste von unserer Musik und fragte uns, ob wir nicht Lust hätten auf einen Auftritt beim Regattafest in Grünau. Es wäre aber ziemlich kurzfristig. Wir stimmten zu, da wir 3 es einfach mögen live aufzutreten. Ausserdem mussten wir auch herausfinden ob wir zu dritt auf der Bühne gut harmonierten. Das Problem war nur, dass wir unser Musikprojekt, also das Album, noch geheim halten wollten. Und selbst wenn wir gewollt hätten. Die 2 Lieder waren gerade erst aufgenommen worden, also eine ziemlich unsichere Angelegenheit was das Texte lernen anging. Wir einigten uns darauf einfach alten Kram zu spielen. Wir nahmen also 4 Tracks von Borderline und ein paar Sachen die Aster bereit war von SoH zu spielen. Aster war schon immer ein Featurkünstler und hat in seiner kompletten Laufbahn bisher nur wenige Solotracks gemacht. Einer davon war "Mein Name". Hinzu kam ein Medley mit Asterstrophen von 4 verschiedenen Tracks. Wir konnten von Glück sagen dass wir noch "Musik ist Leben" hatten. Alles in allem also ein Programm von etwa 20-25 Minuten. Dürfte also kein Problem werden. Was wir allerdings nicht wussten, war dass alle anderen die dort auftraten um die 10 Jahre jünger waren als wir und von einer Musikschule kamen. Mal war es ein Kinderchor, mal ein Junge am Schlagzeug, der ein Solo spielte. Bestaunt wurde das Ganze von den Eltern und Großeltern der Kids. Man könnte also sagen, wir waren etwas fehl am Platz. Aber was soll man machen? Mit einiger Verspätung und etwas Stress hinter den Kulissen zwischen dem Veranstalter und dem Chef der Musikschule, betraten wir endlich die Bühne. Anfangs war es etwas seltsam vor diesen Leuten zu rappen, die mit der Musik rein garnichts anfangen konnten. Es waren zwar ein paar Leute da die wegen uns kamen, aber das war nicht der Rede wert. Meine Freundin bekam dann noch den Auftrag sich die Sache ganz objektiv anzuschauen, um uns eine Einschätzung des Auftritts zu geben. Uns dreien war klar, dass wir garnicht erst anfangen brauchten Stimmung zu machen, da die Leute älteren Semesters wohl kaum aufstehen würden um im Takt ihre Hände zu schwingen. Also probierten wir das Beste draus zu machen und rappten los. Nach einiger Zeit fiel mir jedoch auf, dass die meisten Leute mit großem Interesse den Texten lauschten. Sie saßen konzentriert da und versuchten die Texte zu verstehen. Ich hatte mit Tame vor einiger Zeit 2 Auftritte bei einer Art Kleinkunsttheater. Da ist mir das gleiche aufgefallen. Auch wenn die Leute mit der Musik an sich nicht viel anfangen können, merken sie doch schnell dass da ein Sinn hinter steckt. Ich denke bei Haftbefehl oder Farid Bang wäre die Sache nach 3 Takten erledigt, aber da unsere Texte einen gewissen Inhalt haben, konnten wir uns auch mal erlauben, vor solch einem Publikum aufzutreten. Und mittlerweile schätze ich sowas als willkommene Abwechslung. Später sollten wir noch einen Auftritt haben bei dem das Publikum wieder eine ganz andere Richtung einschlug, aber dazu kommen wir in einer der nächsten Wochen. Wir probierten also so gut es ging unseren Auftritt hinter uns zu bringen. Als wir fertig waren bekamen wir auch ansehnlichen Applaus, aber da unsere Muttis und Omis nicht dabei waren, gab es auch keinen der vor Stolz fast platzte.
Wir trafen uns nach dem Auftritt vor dem Festplatz und werteten das Ganze aus. Meiner Freundin ist auch eine Sache besonders aufgefallen, an der wir ein wenig arbeiten mussten. Von der Bühnenpräsenz decken wir nämlich 3 Typen ab, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Aster ist die ungezähmte Rampensau, der auch nach einem ernsten Lied mal einen blöden Spruch bringt. Tame ist genau das Gegenteil und bleibt sehr ruhig und besonnen. Dafür ist er ein Perfektionist was die Texte angeht. Sollte ich wirklich mal einen Hänger haben, kann ich mich immer auf ihn verlassen. Ich sehe mich eher zwischen den beiden und passe mich den Liedern und dem Publikum an. Wenn also das Publikum schlecht drauf ist, lass ich mich schnell runterziehen. Klar sollte man als Künstler die Leute animieren, aber man merkt doch ziemlich schnell ob die Leute auf einen Bock haben oder nicht. Der erste Auftritt lief also nicht perfekt, aber es liesse sich drauf aufbauen. Das machte schonmal Hoffnung, denn in nächster Zeit sollten wir noch einige Auftritte vor uns haben. Unter anderem einen, der speziel für mich eine ganz besondere Bedeutung haben sollte. Wir hatten also allerhand zu tun und auch jede Menge Stress.. Aber dazu kommen wir im nächsten Teil.
21.3.14 08:39


[erste Seite] [eine Seite zurück]  [eine Seite weiter]



Verantwortlich für die Inhalte ist der Autor. Dein kostenloses Blog bei myblog.de! Datenschutzerklärung
Werbung